Am Sonntagvormittag um 11 Uhr zeigte sich der traditionsreiche Große Saal der Laeiszhalle gut gefüllt: Viele Unterstützerinnen und Unterstützer des WEISSEN RINGS waren gekommen, um dieses besondere Jubiläum mitzufeiern. Bevor die ersten Töne erklangen, ergriffen die Bundesvorsitzende Barbara Richstein, die Hamburger Landesvorsitzende Monika Schorn und Opferhelferin Malin Hildebrandt das Wort. Ihr Dank galt all jenen, die die Arbeit des Vereins tragen: den ehrenamtlich Mitarbeitenden, ohne deren Unterstützung und Engagement die Hilfe für Betroffene nicht möglich wäre. Das unterstrich auch Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel, der in einer kurzen Rede die Wichtigkeit der Spenderinnen und Spender betonte.
(v.l.) Aydan Özoğuz, Barbara Richstein, Monika Schorn, Andreas Dressel (Foto: Stephanie Rangel/WEISSER RING)
Zuhören und Glauben schenken
Einen persönlichen Einblick in die Opferhilfe gab Malin Hildebrandt. Ihr Weg zum Ehrenamt begann mit einer Erfahrung im eigenen Umfeld: Sie erlebte aus nächster Nähe, was eine Straftat mit Betroffenen und den Menschen an ihrer Seite macht – mit Angehörigen ebenso wie mit Freundinnen und Freunden. Daraus erwuchs ihr Wunsch, selbst zu helfen.
"Nachdem ich das Erlebte verarbeitet und mich gefestigt gefühlt hatte, wollte ich meinen Beitrag leisten und Betroffenen, die Ähnliches durchlebt haben, durch die schwierige Zeit helfen."
In ihrer Arbeit als Opferhelferin hat sie bisher vor allem eines festgestellt: Zuhören und den Betroffenen Glauben zu schenken, gehört zum Wichtigsten und Hilfreichsten, was sie im ersten Moment tun kann. Ihren Bericht verband sie mit einem Aufruf an das Publikum, sich beim WEISSEN RING zu melden und sich ehrenamtlich zu engagieren – ob in der Opferhilfe oder der Öffentlichkeitsarbeit – denn der Verein kann jegliche Unterstützung gebrauchen.
Ein festliches Programm zum Jubiläum
Musikalisch gestaltete die Kammersinfonie Hamburg den Vormittag. Den Auftakt bildete die Sinfonia aus der Sinfonie Nr. 2 B-Dur op. 52 »Lobgesang« von Felix Mendelssohn Bartholdy, die mit ihrem feierlichen Charakter den Dank für 50 Jahre Opferhilfe aufgriff. Es folgte das Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur von Johann Nepomuk Hummel mit Valentin Annerbo als Solist. Als Hauptwerk erklang die Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der Neuen Welt« von Antonín Dvořák, die festliche und mitreißende Passagen mit nachdenklichen Melodien verbindet.
Veranstaltet wurde das Konzert von den Freunden der Kammersinfonie Hamburg e.V. Die Einnahmen kommen vollständig dem WEISSEN RING zugute.
Die Kammersinfonie Hamburg mit Dirigent Daniel Zimmermann (Foto: Thea Hempel/WEISSER RING)
50 Jahre Hilfe für Betroffene von Kriminalität
Seit 1976 setzt sich der WEISSE RING für Menschen ein, die unverschuldet von Kriminalität betroffen sind. Rund 3.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer stehen Hilfesuchenden zur Seite: persönlich in mehr als 400 Außenstellen, am Opfer-Telefon und in der Online-Beratung. Staatliche Mittel erhält der Verein nicht. Seine Arbeit wird ausschließlich durch Spenden ermöglicht und bleibt dadurch unabhängig.
Sie möchten den WEISSEN RING unterstützen, ob mit einer Spende oder im Ehrenamt? Melden Sie sich bei uns im Hamburger Landesbüro:
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Telefon: 040 2517680