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Erfolgreiche Opferarbeit an Alster und Elbe

v. l.: Hans-Jürgen Kamp, Landesvorsitzender des WEISSEN RINGS Hamburg, Kristina Erichsen-Kruse, stv. Landesvorsitzende, Frank-Martin Heise, Leiter des Hamburger Landeskriminalamtes, Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des WEISSEN RINGS, Jörg Ziercke, Bundesvorsitzender des WEISSEN RINGS, und Verena Richterich, Leiterin des Referats Opferhilfe in der Mainzer Bundesgeschäftsstelle. Fotos: Lutz Jaffé/WEISSER RING

 

Ein kurzer bilanzierender Blick zurück auf die vergangenen zwölf Monate, ein ausführlicherer in die Zukunft: Der Hamburger Landesverband des WEISSEN RINGS hat am Samstag in der Hansestadt seine Jahrestagung begangen. Unter den rund 150 Gästen der Veranstaltung konnte der Landesvorsitzende der Opferhilfeorganisation, Hans-Jürgen Kamp, nebst dem erst kürzlich zum Bundesvorsitzenden des Vereins gewählten Jörg Ziercke eine Reihe von Entscheidungsträgern aus Polizei, Gesellschaft, Hamburgischer Bürgerschaft und Konsularischem Korps begrüßen. „In der Politik gesehen und unterstützt zu werden – das freut uns sehr und tut uns gut“, wertete Kamp das hochkarätig besetzte Auditorium.

In einem faktenreichen Redebeitrag erläuterte der Bundesvorsitzende des WEISSEN RINGS Jörg Ziercke, in seiner aktiven Laufbahn von 2004 bis 2014 Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), die aktuelle Bedrohungslage durch internationalen Terrorismus in Deutschland. Kamp griff das Thema des Beitrags auf und verwies darauf, dass „der WEISSE RING gut daran beraten ist, dass er sich in seiner internen Struktur bereits verstärkt auf terroristische Bedrohungen einstellt“. So würden die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins seit Kurzem in einem eigens aufgelegten Seminar zum Thema Großereignisse umfangreich auf die möglichen Folgen von Terroranschlägen oder Amokfahrten vorbereitet.

 

Jörg Ziercke, Bundesvorsitzender des WEISSEN RINGS.

 

Der Präsident des Landeskriminalamts (LKA) Hamburg, Frank-Martin Heise, skizzierte in seinem Gastvortrag die zahlreichen Verbesserungen in Sachen Opferschutz und Opferhilfe, die seit den 1960er-Jahren in Deutschland erreicht worden seien. „Diese Entwicklung ist untrennbar mit dem WEISSEN RING verbunden“, sagte Heise. Der Hamburger LKA-Chef begrüßte ausdrücklich die Entscheidung der Mitarbeiter des WEISSEN RINGS, den ehemaligen BKA-Präsidenten zum Vorsitzenden des Vereins zu wählen und wertete dies als Ausdruck einer tiefen inneren Verbundenheit zwischen Strafverfolgungsbehörden und der einzigen bundesweit aktiven und größten Opferhilfeorganisation in Deutschland.

Zwar weise die aktuelle Polizeiliche Kriminalitätsstatistik für Hamburg für 2017 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Straftaten um 5,6 Prozent aus - dennoch sei jedes Kriminalitätsopfer eins zu viel. Heise verwies darauf, dass erst jüngst in seinem eigenen Stab im LKA Hamburg auch das Thema Opferschutz angesiedelt worden ist. „Das ist eine Aussage, die mir wichtig ist“, betonte er. Dennoch seien die Möglichkeiten der Polizei in Sachen Opferhilfe und –schutz endlich. „Und dort, wo unsere Ressourcen und Kapazitäten enden, fangen Ihre an“, wandte er sich an die ehrenamtlichen Mitarbeiter des WEISSEN RINGS. Zum Abschluss seines Vortrags arbeitete Heise eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Institutionen heraus: „Wir bei der Polizei und Sie beim WEISSEN RING stellen bei ihrer Arbeit stets dasselbe in den Mittelpunkt: den Menschen.“

 

Der Leiter des Hamburger Landeskriminalamtes, Frank-Martin Heise.